Helene und Käthe, die Nackten von RTL

RTL ist wieder da. In den Köpfen, den Gesprächen und den Boulevardmedien. Haben wir bis in die letzte Woche noch darüber debattiert, ob der Prinz von Schamlippe-Burg seine Trennung inszeniert hat oder doch nur emotional Leidtragender war, diskutieren sich nun alle die Köpfe rund und wund darüber, ob sich die Kandidaten bei Rising Star nun tatsächlich ihre Lieder selber aussuchen können und die Kandidaten die Hatz auf die Produktionsfirma ausgerufen haben, um ihr Schlechtesverlierertum auszufeiern, oder, ob Norddeich TV ein musikindustriegeleitetes Diktat der Songs verordnet hat, um somit bestimmte Songs zu promoten und andere tantiementrächtig in die Aufmerksamkeit zurückzudrücken.

Und was zeigt RTL im Anschluss an Rising Star? Eine Kuppelshow. Hurra! Nach Bauern, unvermittelbaren Söhnen (potentieller Schwiegermütter), schweren Menschen, Floristen und vermeintlichen Reichen können nun auch endlich Nudisten ganz ihrer Leidenschaft frönen und dabei auch noch einanderfinden. Eine gesamte Stunde Fernsehen, die nur darauf ausgelegt, dass sich zwei (oder mehr) Menschen nackt kennenlernen, um das große Finale dann angezogen zu zelebrieren.
Wenn das Fernsehen eines gebraucht hat, dann: Das nicht.

Helene Fischer. Das ist nicht nur besungenes Asthma und wackelnde Brüste, sondern nun auch: Die Rückkehr des Behindertenwitzes.

Zumindest, wenn man den Aussagen eines ALS-kranken (ihr wisst schon, die Krankheit, die Helene Fischer ermöglicht hat, sich im weißen(!) Bikini zu filmen, während sie Wet-T-Shirt-mäßig den Inhalt eines Wassereimers über sich ergoss) Österreichers glauben darf, der sie nun bei Europol angezeigt haben soll, weil sie sich über seine Krücken lustig machte. Prägnant vor allem, dass Europol nichts davon weiß.
Helene Fischer darf also weiter lachen und machen.

Und nicht nur die BILD-Zeitung fragt sich: Wer stoppt endlich diese Irre?

Kate, Herzogin von Google
Ein Abbild der Gesellschaft in vier Zeilen.

Apropos „prägnant“: Kate Middleton, Herzogin von Cambridge – und wahrscheinlich die einzige Frau, deren Hochzeitskleid einen eigenen Wikipediaartikel (wait… what?!) hat – ließ heute verlauten, dass sie eben jenes wieder ist: Prägnant. Äh. Schwanger.
Böse Zungen behaupten schon, die beiden würden es jetzt eben so lange miteinander versuchen, bis ein Kind dabei zum Vorschein kommt, das nicht aussieht, wie Opa Prinz Charles.

Lassen wir uns überraschen. Thronfolge ist ja auch irgendwie ein demokratischer Prozess.

Das Internet läuft Sturm. Grund ist: Twitter wird immer facebookiger, der echtzeitige Twitterstream soll zu Gunsten eines facebookesken, interaktionsorientierten Auflisten der Posts verkommen. Und das Netz dreht durch. Überall wird auf Ersatzdrogennetzwerke ausgewichen, seien es Ello, Quitter oder gar die Rückkehr zu MySpace.

Um es den Powertwitterern zu erleichtern, die tägliche Dosis bewusst einzuschränken und Twitter endlich und endgültig vollständig zu hassen, möchte ich fünf Aspekte vorschlagen, die Twitter umsetzen sollte, um so richtig facebookmäßig zu stolpern:

  1. Farmville!
    Lass die Twitterer endlich auch Bauernhöfe eröffnen! Twitter darf nicht nur den Söhnen zugänglich sein, auch die Mütter sollten endlich 140 Zeichen Quatsch posten dürfen.
  2. Anstupsen
    Ob Gruscheln oder Poken: Was ein echtes Netzwerk zum Aufregen sein will, muss mit einer Funktion daherkommen, die niemand benötigt oder gar versteht, aber trotzdem vor allem zum Sexualkontakteknüpfen genutzt wird, logisch.
  3. Veranstaltungseinladungen
    Manche Menschen, so heißt es, sind nur bei Facebook angemeldet, um den ganzen Tag von hippen Eventmanagern zu Veranstaltungen eingeladen zu werden, die sie nicht besuchen werden, an einem Ort, zu dem sie nicht fahren würden. Aber „Zusage“, das versteht sich von selbst, wird natürlich angeklickt.
    Bonustrack: Als klare Antwort auf Thessas Geburtstag und die Aufnahme des Wortes Facebookpartys in den aktiven Sommerlochwortschatz, sollten Twitterpartien endlich in die Liste der gefürchteten Dinge aufgenommen werden.
  4. Der Daumen!
    Klar, Twitter hat den Favoritenstern. Aber, bitte: Ein Stern? Wie 2005 ist das denn? Die größte Zeitgeisterscheinung der Neuzeit ist der Daumen. Und das Wörtlich Like. Logisch.
  5. Geschlechtsangaben
    Seien wir ehrlich: Seitdem es in dieser Woche möglich gemacht wurde, nicht mehr nur zwischen „männlich“ und „weiblich“, sondern unter 60 Dingen ein Geschlecht auszuwählen, ist vielen Leuten eine Existenzkrise aufgefallen, die sie lange vermeiden wollten. Twitter hat bislang nicht einmal eine Geburtstagsangabe. Da ist noch viel Gossippotential nach oben.

¶.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.