Ronald Schill vs. MAKJ

Heute beginnt der meteorologische Herbst – der Sommer ist also nicht nur klimatisch und optisch, sondern auch wissenschaftlich vorbei, die Momente am Ende der Nachrichten sind nicht länger nur unangenehm, sondern auch gerechtfertigt und ja, der Regen darf jetzt kommen – egal, wie gerne wir alle noch einmal gegrillt hätten.
Früher, ja früher, da war das Ende des Sommer immer streng mit dem ersten Schultag verbunden. Und erster Schultag, das hieß vor allem: Aufsatz über „Mein schönstes Ferienerlebnis“.

Ähnliches hat sich auch der kalifornische DJ „MAKJ“ gedacht, als er stolz auf seiner Facebookseite ein Foto davon postete, wie er auf dem Berliner Holocaustmahnmal herumkraxelt.

MAKJ auf dem Holocaustmahnmal
MAKJ vs. Ethik

Leider hat er die Rechnung ohne die Facebookethik-kommission gemacht, die umgehend die kotbeladenen Sturmwaffen geladen hat, um MAKJ zu zeigen, wer hier Recht behalten sollte.

Schön vor allem, dass binnen zweier Stunden die Kommentare unter diesem Foto explodieren, da durch die sozialen Funktionen des Netzwerkes auch komplett unbeteiligte – wie ich – in diese Diskussion eingeladen wurden. „2 deiner Freunde haben ein Foto kommentiert.“

MAKJs Shitstorm
Auswahl von Kommentaren unter seinem Bild.

Als er das Bild 12 Stunden nach Upload entfernt und durch eine Entschuldigung ersetzt hat, wurden circa 3000 Kommentare gezählt. Vor allem bietet das Beispiel eines jungen, aufstrebenden DJs aber ein Paradelehrgang zum Thema Shitstorm und ihre Folgen.

Während unter dem Foto der Tenor eigentlich war, dass MAKJ ein „fucking idiot“ sei – und vereinzelt natürlich Leute auf den Plan gerufen wurden, die komplett auf MAKJs Seite sind, die Thematik komplett verharmlosen und ihn beschützen – hat er vor allem unter sämtlichen Facebookposts nun Verfechter der „fucking idiot“-Mentalität gegen sich aufgebracht. Sprich: Jeder seiner Post sammelt nun Hasskommentare.
Was allerdings für einen solchen Shitstorm spricht: Er konnte 5000 neue Fans auf seiner Seite begrüßen.

Ronald Schill, ihr wisst schon, der Rechtsaußen aus dem Promi BigBrother-Haus und ehemaliger Innensenator, der nun in einer Favela in Rio de Janeiro lebt, damit ihn die Steuerbehörden nicht verhören und die deutsche Presse nicht nach seiner Kokainvergangenheit ausfragen kann, befindet sich seit dem Ende des Öffentlichkeitsmenschencontainerfernsehformates in Gesprächen mit der Fernsehproduktionsfirma Endemol, um dort ein Format für ihn zu finden.
Da ich vor allem der Meinung bin, dass Ronald Schill im Fernsehen nur einen schlechteren Michel Friedman abgeben würde, ist dies meine Top 5 der Formate, die rechtemäßig zurzeit bei Endemol, produktionstechnisch aber nur brach liegen und bei denen Ronald Schill sich vermutlich gerne selber in der Protagonistenrolle sehen würde:

  1. Die Traumhochzeit
    mit Ronald Schill als Linda de Mol – natürlich nur für heterosexuelle Paare
  2. Die Mini Playback Show
    mit Ronald Schill als Marijke Amado – mit straffällig aufgefallenen Kinder, als Sanktion für Kind und Eltern
  3. We are Family – So lebt Deutschland! (Brasilien Edition)
    Die Script Reality-Trashdoku über Familien in Favelas von Rio de Janeiro
  4. Die 100.000 Mark Show
    Die Show zur Rehabilitierung der D-Mark
  5. Deal or no Deal
    Schätzshow zum aktuellen Marktwert von Kokain

Vielleicht wird er aber auch einfach nur die neue Cindy aus Marzahn.

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