Was Miley Cyrus und „Numa, Numa, Iei“ verbindet

Abrissbirnenschreckschraube knotet Loom Bands. Ein bisschen wie 2004 mit 90er-Charme und 2014er Persönlichkeiten.

oder: Wie sich Mark Zuckerberg mit einem Eiskübel davor rettete, Geld für den guten Zweck spenden zu müssen

In der letzten Woche habe ich es noch im Nebensatz erwähnt, plötzlich sind sie überall; und alle machen mit und sprechen darüber.
Zuerst waren da nur Adele, Justin Bieber, Lady Gaga oder Justin Timberlake – inzwischen dürfen sogar allerdings sogar schon Menschen wie Oliver Pocher den Inhalt eines sogenannten „Ice Buckets“ über den Kopf schütten. Und die Wahrheit ist: Offenbar gegen den guten Zweck, denn:
Die „ALS Ice Bucket Challenge“ sieht vor, dass jeder der Eisküblerkippenden im Anschluss drei weitere Prominente nominiert. Wer binnen 24 Stunden seiner Nominierung nicht nachkommt, muss so 100$ an die ALS-Stiftung spenden.

Kurzum: Sie packte Bill Gates und Mark Zuckerberg direkt am dreckigen Schopf des Geizes, denn auch sie haben sich die Eistonne überhauptet. Alles für die eigene Tasche.
Allein Angela Merkel ließ bislang auf sich warten. Und wann Per Mertesacker endlich den Inhalt seiner 3-Tage-Eistonne über sich ergießen darf, ist bislang leider auch unklar.

Wir schreiben das Jahr 2004. Aus sämtlichen Boxen, Lautsprechern und Fernsehern dröhnen die Sommerhits des Jahres „Dragostea din tei“ von O-Zone und „Dragostea din tei“ von Haiducci.

Numa, Numa, Iei.

Es sind circa 35 Grad, als die gesamte Bevölkerung auf ihren Sofas brütet und in die Röhre starrt.

Numa, Numa, Iei.

Wirklich alle? Nein. Denn die Jugendlichen haben etwas für sich entdeckt, das nicht nur die Hände beschäftigt, sondern außerdem ermöglicht, nebenbei mitzusingen. Numa, Numa, Iei!

Scooby-Dooby-Doo-Bänder, bunte kleine Riemen aus Weichmachergummiplastik mit unfassbar komplizierten Wickel-, Knot- und Bindetechniken sollten rasend schnell Platz an Rucksäcken (wo sie Eastpakschnüren, Dosenöffnebügel und „Kleiner Feigling“-Hüte verdrängten) und Handgelenken finden.

Abrissbirnenschreckschraube knotet Loom Bands. Ein bisschen wie 2004 mit 90er-Charme und 2014er Persönlichkeiten.
Miley Cyrus und die Loom Bands.
Ein bisschen wie 2004 mit 90er-Charme und 2014er Persönlichkeiten.
Quelle: instagram.com/mileycyrus

Eine kurze Zeitreise, ein kurzes Flashback.
Jetzt haben wir 2014. Aus den Boxen dröhnen eigentlich nur noch Saxophonsoli aus modernen Elektropopsongs, die Temperaturen liegen bei 16°C und auf den Sofas brütet eigentlich nur noch der Blick aus den verregneten Fenstern oder ins Promi BigBrother-Haus.
Doch Jugendlich haben gerade etwas entdeckt, das nicht nur die Hände beschäftigt, sondern außerdem ermöglicht, nebenbei die Instagramfotos der Anderen durchzustöbern.
Statt Schnüren sind es nun kleine Bändchen in Haargummiform, statt „Scooby Dooby Doo“ sind es nun Loom Bands und selbst die Abrissbirnenschreckschraube Miley Cyrus hat den Trend schon für sich entdeckt.

Bleibt eigentlich nur noch das Revival von Songs, die doppelt in den Charts auftauchen, aus einfachen, eingängigen Sätzen bestehen und komplett totgedudelt (vgl. neben ‚Dragostea din tei‘ auch: ‚F**k it‘) werden. Oder das Revival der Alcopops? Oder, oder, oder… Aber, was wollen wir uns eigentlich beschweren?

Mit Smirnoff Ice sitzt es sich einfach besser am Bahnhofseingang, bändchenknotend, laut „Numa, Numa, Iei“ singend.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, kein Wort über Promi BigBrother zu verlieren, keine ausufernden Einträge darüberzuschreiben oder mich vermehrt darüber auszulassen.
Stattdessen habe ich dann aber einfach eine Analyse der diversen „Prominenten“ durchgeführt und damit den bislang erfolgreichsten Eintrag verfasst.
Weil Promi BigBrother aber sonst zu den Dingen gehört, die ja theoretisch niemand schaut und alle furchtbar finden, die aber trotzdem (erfolgreich!) gesehen und diskutiert werden, sind dies vermutlich die Titel meiner fünf nächsten Clickhits:

  1. Die große Reunion – wieso wir die Modern Talking-Reunion jetzt brauchen
  2. Das Exklusivinterview zum Ende von „Berlin – Tag & Nacht“
  3. Meine Zeit beim „ZDF Fernsehgarten“
  4. Wie ich einmal „einmal alles“ bei McDonalds bestellte
  5. Nach KeinOhrHasen und ZweiOhrKüken – erste Einblicke in die Handlung der Fortsetzung: „DreiAugÄpfel“