Hängebrücken bauen: In 0 Punkten um die Welt

Eurovision Song Contest 2015 © Elena Volotova (EBU)

In meiner Kolumne ‚Der Elefant im Raum‘ beschäftige ich mich wöchentlich mit aktuellen Themen. Diese Kolumne erscheint zuerst und vollständig auf der Internetseite des Radiosender bonnFM.

Getreu seinem diesjährigen Motto hat der Eurovision Song Contest am vergangenen Samstag versucht, Brücken zu bauen. Dabei hat er aber vor allem übersehen, dass die meisten Europäer inzwischen viel lieber mit dem Flugzeug unterwegs sind.

Als 1975 die pfälzische Röhre Joy Fleming, die seit ihrer Geburt den weitaus unrockigeren Namen ‚Erna Liebenow‘ trägt, am Eurovision Song Contest teilgenommen und mit fliegende Fahnen und 15 Punkten einen 17. Platz nach Hause brachte, geschah dies mit einem Beitrag, der ausgerechnet den Titel Ein Lied kann eine Brücke sein trug.
Am vergangenen Samstag lautete das Motto des Eurovision Song Contests dann endlich wirklich Building Bridges – Brückenbauen.

Oder kurzum: Gesungene Globalisierung in einem vollständig unpolitischen Wettbewerb. 
Wie unpolitisch dieser dann wirklich ist, sieht man daran, dass niemand die Notwendigkeit darin sieht, ein Statement zu politischen Verhältnissen in Teilnehmerländer wie Aserbaidschan oder Russland zu verfassen, die bärtige Frau Wurst als symbolträchtiges Element aber auch nicht missen möchte. Aber fangen wir vorne an.

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