Anonyme Nostalgiker

Seitdem ich denken kann, mache ich von Orten, die ich vielleicht nie wieder sehe, ein Foto.

Ich weiß noch, wie ich im Alter von fünf Jahren ein Foto mit meiner zusammenschiebbaren Fisher-Price-Kamera, die man damals noch Fotoapparat nannte, ein Bild machte, auf dem nichts zu sehen war, außer ein paar Schuhen. Salamander in Hagen sollte schließen, wir waren dort sehr oft und eine gewisse Melancholie war irgendwo eben schon immer versteckt.

Und sicher, mit einem Foto des Schlafzimmers in Egmont aan Zee werde ich niemals ein Pulitzerpreis gewinnen – um ehrlich zu sein, schaue ich mir das Bild ohnehin niemals an. Aber es ist schön, einen Abschluss zu haben. Eine Erinnerung, sollte ich sie mal brauchen.

Büro, bis heute.Heute habe ich ein Foto von meinem Büro gemacht, das während der letzte drei Jahre viel zu viel von mir gesehen hat. In dem ich viel zu viel von außen verpasst habe, aber ohne auch nur einmal zu vergessen, wofür.
Am Mittwoch gebe ich meine letzte Prüfung ab und das war’s. Der Raum wird da bleiben, wo er ist. Aber auf meinem Foto wird er immer anders aussehen.